St. Sebastianus Schützenbruderschaft Trier 1461 e.V. 
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Die Geschichte der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Trier 1461 e.V.

Im Jahre 1461 taten sich Männer und Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammen und gründeten die "Löblich Brüderschaft zu Ehren der Allerheyligsten Dreyfaltigkeit ondt deß Heiligen Martelers Sanct Sebastiani".

Man verpflichtete sich zum Dienst für Kranke, Arme und Notleidende, trug Sorge für die Bestattung der Pesttoten und zur Verehrung des heiligen Martyrers Sebastianus.

Vorläuferin dieser Schützenbruderschaft war die Trierer Dreifaltigkeits- Bruderschaft, die als Elendsbruderschaft unter Kurfürst Balduin von Luxemburg (1308-1354) im Karmeliterkloster gegründet worden war.

In späteren Zeiten wurde die Bruderschaft zum Schutz des Allerheiligsten verpflichtet, in friedlichen Zeiten als Begleiter bei Prozessionen und in kriegerischen Zeiten zur Verteidigung. Aus einer Prozessionsordnung aus dem Jahre 1636 geht hervor, dass Armbrust- und Büchsenschützen diese begleiteten. Diese Tradition ist bis in die heutige Zeit hinein erhalten.

Die Bruderschaft genoss den Schutz und Segen des Landesherrn und des Bischofs und war eine gesellschaftliche und soziale Institution. Man pflegte das Traditionsschießen und die brüderliche Verbundenheit zu benachbarten Bruderschaften.

In den nachfolgenden Jahrhunderten konnte die Bruderschaft wegen der oft wechselnden Sieger der Kriege, die über das Trierer Land zogen nur mit Schwierigkeiten ihrem Gelöbnis nachkommen. Als im Jahre 1933 zu einer Wallfahrt zum Hl.-Rock nach Trier eingeladen wurde, beteiligten sich 12.000 Schützen daran. Kurze Zeit später wurden die Bruderschaft aufgelöst.

1959 wurde unter der Leitung von Pastor Schneider und Oberbürgermeister Dr. Raskin die Trierer St. Sebastianus Schützenbruderschaft neu konstituiert.

In mehreren Großveranstaltungen, Hl.-Rock-Wallfahrt 1959, 500-Jahr-Feier 1963, Bundeskönigsschießen 1965 und 1000 Jahre St. Gangolf 1967 trugen die Mitglieder der Bruderschaft die Hauptlast der Organisation.

Die Mitgliederzahl wuchs und es kamen besonders viele junge Menschen. Um neben dem traditionellen Schießen auch das sportliche betreiben zu können schloss man sich 1968 dem Rheinischen Schützenbund an. Dank der Hilfe der Pfarrei St. Gangolf konnte nach 5jähriger Bauzeit im Jahre 1972 der in Eigenleistung erstellte Schießstand am Römersprudel eingeweiht werden.

1969 gründete die Bruderschaft gemeinsam mit den Trierer Schützenvereinen das Komitee Trierer Schützen, das die schießsportlichen Interessen der Stadt Trier vertritt. Das Komitee ist mitverantwortlich für das alljährlich stattfindende Altstadtfest und pflegt darüber hinaus sportliche und gesellschaftliche Beziehungen zu Schützen aus Luxemburg, Frankreich, Belgien und England.

Im Jahre 1971 konnte neben der Abteilung Gewehr eine weitere, die der Bogenschützen, eröffnet werden. Es folgten mehrere Großturniere, an denen über 200 Schützen aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen.

Neben der Mitverantwortung für die Ausrichtung des Diözesanentages 1968 und des Rheinischen Schützentages 1969 waren die Schützen besonders bei der Organisation des Bundeskönigsschießens 1984 der historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit ca. 45.000 Teilnehmern gefordert.

Der Dienst in der Hohen Domkirsche bei besonderen Festmesse und der von der Stadt Trier gewünschte Ordnungsdienst, besonders 1984 anlässlich der 2000-Jahr-Feier, werden stets gerne von den Schützenbrüdern verrichtet. Auch während des Umbaues in der Marktkirche St. Gangolf wurde bei entsprechenden Arbeiten mitgeholfen.

Das 525jährige Bestehen der Bruderschaft konnte 1986 gefeiert werden, Schirmherr Leo Jans, Präsident der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützen übertrug die Aufgaben der Bruderschaft in die heutige Zeit als Zufluchtsort gegen Einsamkeit vieler und damit den Schutz der Hilfsbedürftigen unserer Zeit und als Gemeinschaft, die in grenzüberschreitender Brüderlichkeit zur geistigen Einheit der Menschen in Europa eine aktuelle Aufgabe erfüllen kann.

In Anerkennung des sozialen Engagements und als Dank für die ehrenamtliche Tätigkeit überreichte Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker am 19. September 1986 der Bruderschaft die Sportplakette.

Auf Initiative einiger Mitglieder der Bruderschaft wurde 1988 die von Konrad Adenauer gestiftete Bundesstandarte des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften während einer Feierstrunde der Stadt Trier als ständige Leihgabe übergeben. Die Kosten für die Restaurierung der Standarte übernahm die Stadtsparkasse Trier.

1989 gedachte die Bruderschaft ihrer 30jährigen Wiedergründung mit einem feierlichen Gottesdienst mit Weihe der restaurierten Bruderschaftsstandarte und im November 1989 in der Filiale Stockplatz der Volksbank Trier mit einer großen Bilder- und Dokumentenausstellung.

Erstmals in der Bruderschaftsgeschichte konnte 1990 unser Schützenbruder Jo Becker die Würde des Diözesankönigs erringen. Anlässlich der Hl.-Rock-Wallfahrt 1996 verrichteten Schützenschwestern und Schützenbrüder Ehrendienste in der hohen Domkirche.

Im gleichen Jahr begann man mit der Planung die Schießstände umzubauen, da sie dem geforderten Standard nicht mehr entsprachen; der Umbau ist nun fast beendet.

Bis heute stellt die Bruderschaft Schützen in verantwortungsvollen Positionen, im Komitee Trierer Schützen, Bezirksverband Trier, Diözesanvorstand Trier, Präsidium des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und Delegierte in der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen.

Die sportlichen Erfolge zeigten sich bei Teilnahmen an Landesmeisterschaften, Rheinland-Pfalz-Meisterschaften, Deutschen Meisterschaften Gewehr und Bogen des Deutschen Schützenbundes und Teilnahme und 1. Plätze bei den Diözesan- und Bundesmeisterschaften der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Das Wort "Schützen" kommt von "beschützen". Die ursprünglichen ideellen Aufgaben der Bruderschaft wurden nicht vergessen, sondern kannten in Gemeinschaft mit anderen Bruderschaften durch Spendenaufrufe für Vietnamflüchtlinge, Baumpflanzaktionen in der Stadt Trier und der Kampagne "Schutz des ungeboren Lebens" den Geist der "Sanct Sebastiani Löblich Brüderschaft" in unserer heutigen Zeit verwirklichen. Dies geloben auch die neuen Mitglieder bei der feierlichen Aufnahme in die Bruderschaft am Sebastianusfest in der Marktkirche St. Gangolf.

Viele Generationen haben sich tatkräftig für die Verwirklichung dieser Ideale eingesetzt und sich ständig bemüht, stets neue und zeitgemäße Formen zu finden. Aber heute wie damals haben Begriffe wie Kameradschaft, Gemeinschaftssinn, Nächstenliebe und christlicher Glaube einen hohen Stellenwert. Dieses Erbe gilt es zu bewahren und zu pflegen als gemeinsame Aufgabe am Beginn eines neuen Jahrtausends

 

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